Diese Website verwendet Funktionen, die Ihr Browser nicht unterstützt. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf eine aktuelle Version.
Dr. Lydia Hüskens, MdL

„Vom Klingeldraht in die Zukunft“

Zur Person

Jahrgang 1964, Historikerin, Mitglied des Landtages seit 2021 (zuvor von 2002 bis 2011). Ministerin für Infrastruktur und Digitales und 2. Stellvertretende Minister­präsidentin des Landes Sachsen-Anhalt seit 2021. Wahlkreis: Magdeburg, Betreuungswahlkreise: Altmarkkreis Salzwedel und Landkreis Stendal.



Fünf Fragen an Dr. Lydia Hüskens. Als Ministerin für Infrastruktur und Digitales hat sie fünf Jahre lang Tempo gemacht – etwa beim Glasfaserausbau, bei der Verwaltungsdigitalisierung oder beim Baurecht. Eine Bilanz zwischen Ungeduld und Stolz: Was wurde wirklich erreicht, was bleibt zu tun – und was bewegt sie?

01

Te mpoministerin
Die FDP-Landtagsfraktion hatte zur Halbzeit der Legislatur plakatiert: „Papier ist geduldig. Wir nicht.“ Sie selbst werden als Tempoministerin bezeichnet. Jetzt am Ende der Wahlperiode: Hat das Tempo gereicht – oder hätte es mehr sein müssen?

Dr. Lydia Hüskens: Für jemanden wie mich, der unglaublich ungeduldig ist und wirklich gerne Tempo macht, ist es natürlich nie genug. Aber wenn ich auf die letzten Jahre zurückschaue, muss ich feststellen, dass Sachsen-Anhalt wirklich enorm an Geschwindigkeit gewonnen hat. Das gilt für den Straßenbau genauso wie für die Digitalisierung. Wir haben im Städtebau enorme Leistungen gebracht, aber eben auch in allen anderen Bereichen, für die wir zuständig sind.Und ich glaube, da können wir wirklich stolz sein – und auch mal ein Stückchen zufrieden. Das sage ich als jemand, dem das sehr schwerfällt. Denn Ungeduld ist für mich kein Frustrationsgefühl, sie ist Antrieb. Das war meine Haltung vom ersten Tag an im Ministerium. 

Was nicht heißt, dass wir uns nicht gleich wieder mehr vornehmen. In der kommenden Legislatur gibt es noch eine Menge zu erreichen, und ich freue mich darauf.

02

Netzausbau
Wenn man in Deutschland über schlechtes Internet auf dem Land redet, fällt fast automatisch der Name Sachsen-Anhalt. Stimmt das Klischee noch – oder hat sich in den letzten fünf Jahren etwas grundlegend verändert, das kaum jemand mitbekommen hat?

Dr. Lydia Hüskens: Zu Beginn der Legislatur hätte ich versucht, mich irgendwie hübsch wegzureden – denn das war wirklich ein Problem. Aber wir haben in den letzten Jahren enorm Fahrt aufgenommen. Beim Glasfaserausbau, beim Breitbandausbau, aber auch bei den Mobilfunknetzen.

Wir haben inzwischen nur noch ganz wenige Hundert Haushalte, die nicht über 4G oder 5G verfügen, 95 Prozent 5G-Flächenabdeckung ist erreicht. Und die beliebten Funklöcher verschwinden nach und nach. Bald wird auch mein „Lieblingsfunkloch“ gestopft sein – an der B71, wenn man aus der Colbitzer Heide Richtung Letzlingen fährt. Da wird dann ein Funkturm stehen und ich werde auch dort mein Telefonat weiterführen können. 

Sachsen-Anhalt hat unter allen Flächenländern die höchste Zuwachsrate beim Glasfaserausbau. 99,7 Prozent der Schulen sind ans Glasfasernetz angeschlossen. 

Insgesamt: Sachsen-Anhalt muss sich hinter keiner Region in Deutschland mehr verstecken – und auch nicht hinter vielen europäischen Regionen. Da können wir wirklich selbstbewusst unterwegs sein.

Sachsen-Anhalt ist klammheimlich von Platz 16 ins solide Mittelfeld vorgestoßen. Natürlich wollen wir mehr.

Lydia Hüskens (FDP)

03

Bürgerservice
Viele Menschen in Sachsen-Anhalt haben das Gefühl: Wenn ich zum Amt muss, ist das eine Zeitreise. Formulare, Wartezeiten, manchmal sogar noch Fax. Sie waren fünf Jahre Digitalministerin. Was ist da eigentlich passiert – und warum merken so viele davon noch so wenig?

Dr. Lydia Hüskens: Ich vermute, weil wir relativ selten hingehen. Wenn ich überlege: Wie oft gehe ich eigentlich als Bürgerin zum Amt? Wenn es einmal im Jahr ist, ist es viel. Das heißt, wir merken oft gar nicht, was vor allem die Kommunalverwaltungen in den letzten Jahren geleistet haben. Sachsen-Anhalt ist klammheimlich von Platz 16 – dem letzten Platz unter den 16 Ländern zu Beginn der Legislatur – ins solide Mittelfeld vorgestoßen.

Über 215 Verwaltungsdienstleistungen sind inzwischen online verfügbar, von Elterngeld bis Wohngeld. Elektronische Akten in 20 Landesbehörden. Wir haben Basisdienste für die Kommunen zur Verfügung gestellt, sodass auch eine kleine Kommune, die keine eigene IT hat, profitiert und Digitalisierung in die Fläche gekommen ist. 

Natürlich wollen wir mehr. Wir wollen, dass sämtliche Prozesse in der Verwaltung digital sind – nicht nur der Zugang, sondern auch dahinter ein komplett digitaler und möglichst automatisierter Prozess. Damit Bürgerinnen und Bürger wirklich einen hohen Komfort in ihrer Verwaltung erleben. Und für diejenigen, die keinen Internetzugang haben, soll es möglich sein, ihren Antrag vor Ort erfassen zu lassen. Mein Ziel ist klar: Am Ende der nächsten Legislatur ist Verwaltungsdigitalisierung kein Thema mehr, weil sie einfach funktioniert.

04

Bauturbo
Wer in Sachsen-Anhalt bauen will, egal ob Privatperson, Gemeinde oder Unternehmen, kennt das Gefühl: Man wartet – auf Genehmigungen, auf Gutachten, auf Bescheide. Der Landtag hat ein ganzes Erleichterungspaket verabschiedet. Was bedeutet das konkret? Merkt das jemand, der einfach nur sein Haus umbauen will?

Das bedeutet zum Beispiel: Wenn Sie ein Einfamilienhaus bauen, ist das künftig genehmigungsfrei. Es sei denn, Sie haben ein ganz besonderes Vorhaben. Wir haben viele Gebäude genehmigungsfrei gestellt – da muss ich nicht mehr zum Amt. Dachgeschossausbauten sind unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls ohne Genehmigung möglich.

Es geht noch mehr: Der Wegfall der Pflicht zur kostenpflichtigen Gebäudevermessung könnte zum Beispiel künftig jedem Bauherrn rund 1.000 Euro sparen, wenn das Land das selbst über hochauflösende Luftbilder erledigen würde.

Ich sage aber auch stolz: Wir haben eines der modernsten Baurechte in Deutschland. Eines, das vor allem vieles ermöglicht, möglichst wenig fest regelt und vor allem so wenig wie möglich verhindert. Auch das neue Landesentwicklungsgesetz hat genau das als Leitprinzip.  

Und mit dem Sondervermögen Infrastruktur haben wir in Sachsen-Anhalt 270 Millionen Euro für Straßen, 100 Millionen für Schulbau und Digitalisierung und 1,5 Milliarden für Kommunen schnell und unbürokratisch bereitgestellt. Das ist Machen.

05

Antrieb
Fünf Jahre Ministerin, gleichzeitig Landtagsabgeordnete, 2. Stellvertretende Ministerpräsidentin – wenn Sie nicht an nächste Entscheidungen und noch mehr Tempo denken, sondern an die Menschen im Land: Was ist das, was Sie wirklich bewegt hat und woran Sie sich auch in Zukunft gerne erinnern?

Dr. Lydia Hüskens: Was immer schön ist: wenn man im Land unterwegs ist und zum Beispiel bei einem Unternehmen ist, das gerade Glasfaser bekommen hat – und Firmeninhaber und Mitarbeiter sich darüber freuen, dass das Arbeiten über das Internet auf einmal viel, viel einfacher ist als vorher. Vom Klingeldraht in die Zukunft – das ist Realität in Sachsen-Anhalt. 

Oder wenn ich eine Straße freigebe und die Menschen einem bei der Veranstaltung deutlich sagen, was es für sie bedeutet, dass es eine funktionsfähige, moderne Straße gibt – gerade auch bei Brücken, die für uns ja alle immer sehr, sehr wichtig sind. Wo man halt wirklich auch merkt, dass das, was man tut, für die Menschen vor Ort wirklich wichtig ist, etwas bedeutet und das Leben insgesamt etwas besser macht. 

Denn das ist ja das, was wir als Politik verfolgen wollen – den Menschen im Land möglichst viele Chancen geben, damit sie ihr Leben so leben können, wie sie es wollen. Und dafür ist eine moderne Infrastruktur wichtig. Und das spürt man so richtig, wenn man vor Ort ist und wenn man mit den Menschen darüber spricht.

SO SIEHT MACHEN AUS

• Glasfaser & Mobilfunk

Die weißen Flecken – Gebiete ohne ausreichende Internetversorgung – sanken von neun auf unter drei Prozent. Glasfaseranschlüsse direkt ins Gebäude stiegen von 13 auf fast 49 Prozent – fast vervierfacht. Gigabitfähige Anschlüsse mehr als verdoppelt: von 26 auf 65 Prozent.

0,0%

der Schulen sind ans Glasfasernetz angeschlossen. Sachsen-Anhalt hat unter allen Flächenländern die höchste Zuwachsrate beim Glasfaserausbau. 



0%

5G-Flächenabdeckung ist landesweit erreicht.

• Verwaltung digital

Vom letzten Platz aller Bundesländer ins gute Mittelfeld vorgerückt:

0

Verwaltungsdienstleistungen sind inzwischen online verfügbar.

Die Elektronische Akte wurde in 20 Landesbehörden eingeführt. 3.500 Beschäftigte wurden mit standardisierten digitalen Arbeitsplätzen ausgestattet. 

• Straßen & Radwege

0Mio. €

Rund 203 Millionen Euro wurden allein 2025 in Bundes- und Landesstraßen investiert – Rekordhöhe. Beim Radwegeausbau hat die Deutschlandkoalition das Tempo gegenüber der Vorgängerregierung mit Beteiligung der Grünen deutlich erhöht: an Bundesstraßen von 14,5 auf 33 Kilometer pro Jahr, an Landesstraßen von 13 auf 19 Kilometer pro Jahr. 

• A14–Lückenschluss

Die Autobahn A14 zwischen Magdeburg und Wittenberge ist das wichtigste Infrastrukturprojekt für den Norden Sachsen-Anhalts. Ministerin Hüskens hat sich beim Bund beharrlich für den Lückenschluss starkgemacht . Die FDP drängt auf schnelleres Baurecht und weniger bürokratische Hürden, damit dieses jahrzehntelang verschleppte Projekt endlich fertiggestellt wird. 

• Baurecht modernisiert

0

Über 30 Paragrafen der Bauordnung entschlackt. Sachsen-Anhalt hat damit eines der modernsten Baurechte in Deutschland.

Mein Traum für Sachsen-Anhalt

Politik, die an der Seite der Menschen steht, nicht im Weg

Sachsen-Anhalt ist toll. Sachsen-Anhalt hat Chancen. Sachsen-Anhalt hat großartige Menschen, die jeden Tag arbeiten und sich wirklich anstrengen. Und die verdienen eine Politik, die das wahrnimmt, betont und unterstützt – die an der Seite der Menschen steht und ihnen nicht im Weg. Wir brauchen keine Politik, die morgens schon beim Aufstehen schlechte Laune macht, alles schlechtredet, den Untergang an die Fenster malt und eigentlich keine Lösungen für Probleme hat.

Mein Traum ist ein Sachsen-Anhalt, in dem Menschen wissen: Hier kann ich leben. Hier kann ich meine Kinder großziehen. Und ich habe in diesem Land eine gute Zukunft. Das entsteht nicht durch Gesetze allein – sondern durch gute Infra­struktur, durch Chancen, durch eine Politik, die ermöglicht statt verhindert. Ich bin ein optimistischer Mensch. Und ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir das Tempo der letzten Jahre fortsetzen, wird Sachsen-Anhalt genau das werden.

– Dr. Lydia Hüskens

⬅️ zurück zum Inhaltsverzeichnis

FDP-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt SO SIEHT MACHEN AUS | 2021–2026



V.i.S.d.P: FDP-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, Domplatz 6–9, 39104 Magdeburg



Redaktion: Robert Richter Fotos: Hans Eckardt